Bikes & Bags | Lateinamerika

 

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ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN

Vor unserer Radreise durch Mittel- und Südamerika gehörte Radfahren NICHT zu unseren Hobbies – ganz im Gegenteil. Für die Reise mussten wir uns also erst einmal reisetaugliche Fahrräder und die dazugehörige Ausrüstung zulegen. Obwohl wir uns gut informierten, merkten wir erst unterwegs, was für uns funktioniert und was nicht. Manche Sachen würden wir uns anders wünschen oder anders machen. Dies hängt stark vom eigenen Reisestil ab – den es allerdings erst zu finden gilt!

In Zentralamerika verbrachten wir die ersten paar tausend Kilometer unserer Reise vorwiegend auf asphaltierten Hauptverkehrsachsen, sprich auf der ‚Panamericana‘. Dort fühlten wir uns trotz Verkehr wohl.

Nach und nach begannen wir aber ’spannendere‘ Routen zu suchen, zu finden und abgelegenere Winkel zu entdecken. Dadurch haben wir unsere Vorliebe zu unasphaltierten Naturstrassen (dirt roads) entdeckt und mittlerweile gilt für uns: Je abgelegener die Strasse, der Weg oder der Pfad, umso besser.


FAHRRÄDER — und Gedanken dazu

Wir haben uns für diese Reise für neue Reiseräder der Marke ‚Velotraum‘ (Modell ‚Cross CrMo‘) entschieden und bereuen unsere Entscheidung nicht.

Hier die Austattung unserer Fahrräder, gemeinsam mit Überlegungen dazu, worauf wir bei einem erneuten Fahrradkauf für eine lange Reise Wert legen würden.   

Rahmen |Stahlrahmen Velotraum Cross CrMo | Stahl kann im Notfall geschweisst und zurechtgebogen werden.

Tretlaget | Shimano LX Hollowtech II

Crankset | Shimano LX, Deore | Nach 14’000km ausgewechselt

Pedale | BBB Low Ride | guter Grip, grosse Fläche, aber schwer

KetteShimano XT, Sram 951

Zur Schaltung | Wir würden uns heute eine ‚Rohloff‘ Nabenschaltung gönnen. Grund: Relativ wartungsarm, leicht zu reinigen, keine dauerndes Gänge einstellen bei viel Sand und Schlamm, im Normalfall langlebig.
Aber: Teurer in der Anschaffung und (falls trotzdem Problem auftauchen) nicht vor Ort reparierbar.

Wechsler, Umwerfer | Shimano XT

KassetteShimano XT Sram ?

Schalthebel | Shimano XT | Wir würden jetzt Microshift-Daumenschalthebel oder Drehgriffschaltung wählen. Einfacher ist zuverlässiger.

Felgen | Rigida Grizzly 32 Loch | nach ~10’000km gebrochen (Hinterrad) und durchgebremst (Vorderrad) | Anforderungen: Doppelwandig, geöst, möglichst stark (nicht möglichst teuer!) Für Südamerika unbedingt 36 Loch – Ersatz (besonder für Felgenbremsen) ist sonst schwer zu finden.

Radgrösse | 26″ | weltweit Reifen & Felgen erhältlich (theoretisch) | Überlegung Wert: 29″ (bessere Feder- und Rolleigenschaften) oder gar 29+ (‚halbfett‘, sandtauglich!) 

Reifen  | ‚Marathon Mondial 2.0‘ Reifen mit Pannenschutz sind sehr empfehlenswert! 

Reifenbreite | Je breiter umso besser, Mindestens 2.0. (genügend Abstand zu den Schutzblechen einrechnen)

Bremsen | Shimano LX V-Brakes | Für eine ausgedehnte Reise würden wir uns diesmal für Scheibenbremsen (mechanisch, wohlgemerkt) entscheiden.
Vorteil: Keine Abnutzung der Felgen. Nachteil: Kann bei Transport (Flugzeug oder Bus) nicht ganz unproblematisch sein.

Vorderradnabe | Nabendynamo Shimano 3N80 | unterwegs nicht revidierbar, hoher Rollwiderstand | Für Licht nicht unnötig, für längere Reise ein Rad mit Lademöglichkeit USB eine Überlegung wert

Hinterradnaben | Shimano XT | Freilauf einer Nabe nach nur 2000km defekt

Licht | Bosch & Müller | für Reiserad unnötig, kleine LED-Lichter ausreichend

Lenkergriffe | Ergon GP5, Ergon GS2 | nach 14’000km wegen Verschleiss gegen Ergon GS2 ausgetausch – leichter und ausreichend!

Schutzbleche | Ganz auf Schutzbleche verzichten möchten wir bei einem klassischen Tourenrad nicht. Um klebrigen Schlamm und Matsch möglichst einfach entfernen zu können, würden wir zum Beispiel Steckschutzbleche wählen.

Sattel | Brooks B17, Daina ‚honigbraun‘, Robin ‚pre-agrd | unbehandelte Version vorziehen, pre-aged‘ Version verlor Spannung bereits nach 1000 km, nach anfänglichem Fetten nur mehr sehr zurückhaltend fetten. Mehr dazu hier.

Sattelstütze | Cane Creek Thudbuster ST | sind damit sehr zufrieden, evtl. Ersatzgummi mitnehmen (bei Radgrössen 29 oder 29+ vielleicht hinfällig)

Gepäckträger | Tubus Logo | Bietet Möglichkeit Taschen tiefer zu hängen, im Gelände unötig. Zusätzlich kleines Rack über dem Vorderrad eine Überlegung wert.

Lowrider  | Tubus Tara | dank Framebag unnötig

Hinterbauständer | Hebbie | praktisch, schon Packtaschen und Inhalt, da Rad nicht hingelegt werden muss

Anlötteile Für Gepäckträger und Flaschhalter am Rahmen und Gabel müssen genügend Anlötteile vorhanden sein.

Für normales‘ GepäckAnlötteile für drei Flaschen im Rahmen und für eine am Unterrohr.

Für ‚Bikepacking‘ (mit Framebags): Unbedingt auch Anlötteile für Wasserflaschen an der Gabel (kann aber auch anderst gelöst werden).

 

GEPÄCK

Wir haben unsere Reise klassisch mit zwei grossen Packtaschen hinten und zwei kleinen Packtaschen vorne (Lowrider-Taschen) begonnen. Dazu je eine Lenkertasche sowie ein Drybag hinten quer über den Gepäckträger.

Je länger wir unterwegs sind, umso mehr Dinge empfinden wir als überflüssig, beziehungsweise haben sie unterwegs ‚abgeworfen‘ oder nach Hause gesandt. Leichter ist besser!

So reduzieren wir unsere Ausrüstung nach und nach auf die für uns wesentlichen Dinge.

Nach gut einem Jahr ‚on the road‘ bot sich die Gelegenheit, die Lowrider-Taschen durch massgeschneiderte Rahmentaschen, sog. ‚Framebags‘ zu ersetzen. Dies änderte unseren Reisestil nochmals und eröffnete neue Möglichkeiten. Es bedeutet zwar weniger Packvolumen (das Packen wird etwas umständlicher), dafür wurden die Räder nochmals leichter und vor allem geländegängiger. Die gewonnene Wendigkeit und damit der zusätzliche Fahrspass sind dies allemal wert! Auch sandige Strecken – wo sonst längst geschoben werden müsste – können so noch gefahren werden!

Nun sind wir leichter, aber immer noch nicht leicht genung!

 

SETUP NACH 1 1/2  JAHREN

Dainas 'Gramalito Alonso'

Dainas ‚Gramalito Alonso‘

Robins 'Pequeño'

Robins ‚Pequeño‘

Lenkertaschen | 10 Liter von Ortlieb (ginge auch kleiner) | für Sonnenbrille, Kameras, Werkzeug Mützen & Buffs, Kleinigkeiten

Drybag 9 L| Rock Gear (eVent) | unter dem Lenker in Halterung Marke Eigenbau | Matte, Mummyliner (Innenschlafsack)

Packtaschen hinten | (Daina: ‚Aqua Back‘ 24 Liter von Vaude (Allgemein sehr gut und praktisch, wegen Probleme mit der Befestigung, für lange Reisen weniger zuverlässig)
Robin: ‚Backroller plus‘ 20 Liter von Ortlieb) | für Kleider, Schuhe, Küche, Esswaren und alles andere

‚Framebags‘ | in La Paz massgeschneidert. dank verbessertem Fahrverhalten nicht mehr wegzudenken!) | für Regenbekleiding , Handschuhe, Beinlinge, Werkzeug, Pumpe, Wechselketten, Wasserfilter, Kleinigkeiten

[Packtaschen vorne (‚Frontroller Plus‘, 12.5 Liter von Ortlieb) | wurden nach einem Jahr zugunsten von ‚Framebags‘ ausgemustert.]

Drybag 30 L | ‚Heavy Duty Drybag 30 L‘, von Ortlieb | im Nachhinein unbedingt mit Tragriemen (Rucksack) | für Zelt oder Schlafsäcke

Kleine Satteltasche | (Daina) an Sattel und Sattelrohr befestigt | Nahrungsmittel

Weiterhin versuchen wir aber, unser Gepäck zu minimieren. Für künftige Reisen (kurz oder lang) könnte dies etwa so aussehen: 2 Packtaschen klein hinten, Framebag, Drybag unter dem Lenker, evtl. Satteltasche. Im Moment sieht das aber so aus:

 

 

 

WASSER & LEBENSMITTEL

Wasser ist nicht ganz unwichtig, es ist aber schwer und braucht Platz. Bei normalen Temperaturen rechnen wir mit gut 5-6 L für 2 Personen pro Tag, bei Hitze mit 10 L. Dies beinhaltet Trinkwasser, Frühstück (Avena oder Müsli, Milch mit Milchpulver angerührt, und Kaffee), Mittagessen (Polenta, Chinanudeln oder Kartoffelstock) und Abendessen (Pasta oder Polenta, Instantsauce).

1 x Bidon 1 L am Lenker-/Lenkerstütze| Flaschenhalter | zum trinken, für schnellen Zugriff

2 x 1,5 Liter PET an der Gabel | Flaschenhalter ‚Minoura PET Flaschenhalter‘, am Rahmen gut, an der Gabel zu gross und ausgesetz | Vorrat

1 x Bidon 1 L am unteren Rahmenrohr | Flaschenhalter | Wasser (Robin), Benzin zum Kochen (Daina)

1 x Wassersack 10 L | Gepäckträger | für längere; wasserlose Streckennur selten nötig; schwer und unhantlich: wir würden jetzt mehrere faltbare Flaschen wählen (etwa 3 x 2 L ‚Platypus‘).

Lebensmittel | Unsere Vorräte verteilen wir auf unsere Packtaschen und Drybags.

 

 

 

 

 

 

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